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Was ist ein Psychoseseminar ?

Psychoseseminare sind Gesprächsforen und Expertenrunden, deren Kerngedanke eine gleichberechtigte Verständigung über Psychosen ist - letztlich mit dem Ziel, ein besseres, ganzheitliches Verständnis  für Psychosen zu entwickeln und damit auch die Arbeit der Psychiatrie zu verändern. Experten sind im Sinne von Psychoseseminaren die Menschen,  die selbst eine Psychose erlebt haben, Psychose-Erfahrene; ihre  Angehörigen, die eine Psychose in der Regel aus nächster Nähe miterlebt  haben, sowie Professionelle, die beruflich in der Psychiatrie mit Menschen mit Psychosen arbeiten. In Psychoseseminaren können diese  unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen zur Sprache kommen und  gleichberechtigt nebeneinander stehen. Dieser “Trialog” genannte  Erfahrungsaustausch soll von gegenseitigem Respekt geprägt sein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten dadurch neue  Einblicke in das Erleben anderer und lernen somit mehr über das Phänomen Psychose. (Quelle: Wikipedia )

Das erste Psychoseseminar fand im Sommer 1989 an der Universitätsklinik Hamburg statt.
Die Erfahrene Dorothea Buck (mittlerweile Ehrenvorsitzende des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. BEP)
trat im Rahmen einer Lehrveranstaltung an den Psychologen Prof. Dr. Thomas Bock mit dem Wunsch heran, ihre
Sicht als Psychose-Erfahrene den Fachleuten vorstellen zu können. Das Ergebnis dieser Veranstaltung
war so aufschlussreich, dass dieses Seminar im darauf folgenden Jahr für alle Interessierten veranstaltet
wurde. Zu dieser weiteren Veranstaltung kamen 80 Menschen. Die drei Kerngruppen Psychiatrie-Erfahrene,
Angehörige und in psychiatrischen Einrichtungen Tätige waren ausgeglichen vertreten. So wurde das Gespräch
übereinander zu einem Gespräch miteinander (vgl. Bock, 2007).
Etwa zeitgleich entwickelte sich die „Gütersloher Fortbildungswoche“ in Gütersloh zu einer trialogischen
Veranstaltung, in der die Perspektiven der Angehörigen, der Psychiatrie-Erfahrenen und in psychiatrischen
Einrichtungen Tätige dargestellt wurden. Aus dieser Veranstaltungswoche entwickelte Klaus Dörner den Kunst-Begriff „Trialog“.
Beide Veranstaltungen wussten anfangs nichts voneinander, hatten aber mit der Person Dorothea Buck jemanden, der die Idee dafür gab (vgl. Dörner, 2006).
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde erstmals wieder in Deutschland 1994 der XIV.  Weltkongress für soziale Psychiatrie in Hamburg veranstaltet.
Unter dem Motto „Abschied von Babylon – Verständigung über Grenzen“ versuchten Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und in der Psychiatrie Tätige/Professionelle eine gemeinsame Sprache zu entwickeln. Dies hat der Bewegung einen starken Aufschwung gegeben. Inzwischen gibt es ca. 130 Psychoseseminare/Trialog-Foren (im deutschsprachigen Raum). Dort treffen sich regelmäßig ca. 4.000 Menschen um miteinander über Psychosen zu reden (vgl. Bock, 2007).